März 2009/1

 

Pünktlich zum Beginn der Sommerurlaubssaison - Auslands-SMS sollen billiger werden

"In der EU kosten eingehende Anrufe 26 Cent, Anrufe nach Deutschland und im Land 54 Cent. Der Versand von SMS kostet 39 Cent." Beim Urlaub im EU-Ausland erscheinen solche oder ähnlich lautende Nachrichten auf dem Handydisplay sobald man aus dem Flugzeug steigt oder die Grenze mit dem Auto überquert. Die von der EU vorgeschriebene Preistransparenz tröstet kaum darüber hinweg, dass insbesondere die SMS bei den meisten Anbietern doppelt so viel kosten wie im Heimatland. Doch die mobilen Urlaubsgrüße sollen - wenn alles gut läuft - pünktlich zum Beginn des Sommerurlaubs günstiger werden.

Am Anfang dieser Woche verabschiedete der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments die Überarbeitung der geltenden EU-Verordnungen zu Mobilfunkpreisen. Damit werden die unverhältnismäßigen Aufschläge für SMS und Daten-Downloads im europäischen Ausland gestoppt.  Maximal 11 Cent plus Mehrwertsteuer soll eine Textnachricht aus dem Ausland zukünftig kosten. Das ist eine deutliche Preissenkung und ein großer Erfolg für die Verbraucher. Im Schnitt kostet eine Auslands-SMS heute noch fast 30 Cent, einige Anbieter verlangen sogar bis zu 80 Cent. Diese Aufschläge sind mit den tatsächlich anfallenden Kosten der Mobilfunkbetreiber nicht vereinbar.

Für das Daten-Roaming sollen Provider sich gegenseitig maximal 50 Cent pro Megabyte (MB) berechnen dürfen. Bisher sind teilweise astronomische Preise von mehreren Euro pro MB die Regel. Auch die Obergrenzen für Mobilfunkgespräche im europäischen Ausland sollen weiter gesenkt werden. Ab Sommer 2010 wird der maximale Netto-Minutenpreis bei 40 Cent für selbst getätigte Anrufe und 16 Cent für angenommene Anrufe liegen. Als weitere Neuerung soll dabei künftig sekundengenau abgerechnet werden.

Die Laufzeit der EU-Regelung ist zunächst auf drei Jahre begrenzt, da das scharfe Schwert der Regulierung nur ein Anschubinstrument sein soll. Einen dauerhaften Wettbewerb mit attraktiven Angeboten für die Nutzer muss der Markt dann selber erbringen. Nun wird das Europäische Parlament Verhandlungen mit dem Rat aufnehmen, um zu einer baldigen Einigung über die neuen Regeln zu kommen. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Verordnung noch vor der Europawahl unter Dach und Fach ist.

 

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