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Juni 2009/3 Weichenstellungen in der CDU/CSU-Gruppe - Unterstützung
für Barroso signalisiert Die CDU/CSU-Gruppe wird mit ihrem
bewährten Führungsteam in die neue Legislaturperiode des Europäischen
Parlaments gehen. Der amtierende Vorsitzende Dr. Werner Langen und der
Co-Vorsitzende Markus Ferber wurden am
Dienstagabend in ihren Ämtern bestätigt. Als parlamentarische
Geschäftsführerin wurde neben Angelika Niebler die CDU-Abgeordnete Dr. Inge Grässle für eine weitere Amtszeit gewählt. Für den Posten
des stellvertretenden Vorsitzenden der EVP-Fraktion und damit als Nachfolger
des CDU-Abgeordneten Hartmut Nassauer, der nicht mehr für das Europaparlament
kandidierte, wurde der bisherige innenpolitische Sprecher der EVP-ED-Fraktion
und CSU-Abgeordnete Manfred Weber nominiert. Die CDU/CSU-Gruppe bleibt die mit großem
Abstand stärkste Kraft aus Deutschland und will den politischen
Gestaltungsspielraum im neu gewählten Europaparlament auch ausschöpfen -
innerhalb der Fraktion, aber auch darüber hinaus. Dass der wichtige Posten des
stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden voraussichtlich mit einem
CSU-Kollegen besetzt wird, ist dem Umstand zu verdanken, dass die CSU nach
anfänglich schlechten Prognosen mit nur einem Abgeordnetensitz weniger aus
der Wahl hervorgegangen ist, während die CDU sechs Sitze im Europäischen
Parlament verlor. Sowohl CDU als auch CSU machen sich für
eine zweite Amtszeit des portugiesischen Kommissionspräsidenten Barroso stark, für die sich auch die EU-Staats- und
Regierungschefs in der Nacht von Donnerstag auf Freitag aussprachen. Barroso, der selbst zur Familie der Europäischen
Volkspartei gehört, soll aber einige Zusagen machen, bevor er auf die weitere
Unterstützung der CDU/CSU zählen kann. Wettbewerbsfähigkeit der europäischen
Wirtschaft und eine Konsolidierung der EU nach innen müssen für die
Kommission Priorität haben. Erweiterungen und Beitritte zur Euro-Zone müssen
sich strikt an den Kriterien messen lassen und dürfen mit keinerlei
politischen Rabatten unterlegt sein. Mit dem Gesetzgebungsaktionismus
und der Bürokratieverliebtheit muss Schluss sein. Für die Finanzmarktaufsicht
brauchen wir klare Regelungen und der Binnenmarkt muss vollendet werden,
wobei die Kommission dabei allerdings die Zuständigkeiten der Mitgliedstaaten
achten muss. Die Frage, ob die neue Kommission nach
dem Nizza-Vertrag oder nach dem Lissabon-Vertrag ins Amt kommen soll, ist
nicht geklärt. Hier drückt sich der Rat um die Vertragsgrundlagen. Das
Europäische Parlament jedenfalls wird seine Rechte sachgerecht und offensiv wahrnehmen.
So sich eine Mehrheit im Europaparlament abzeichnet, muss der Rat seinen
Vorschlag offiziell machen, bevor der neue Kommissionspräsident dann
voraussichtlich am 16. Juli im Straßburger Plenum gewählt werden könnte. Gleichzeitig arbeitet Island auf Hochtouren
an seiner Bewerbung zur Aufnahme in die Europäische Union. Ein Antrag könnte
möglicherweise schon im Juli gestellt werden. Als Mitglied des Europäischen
Wirtschaftsraums (EWR) entspricht Island bereits in vielen Politikbereichen
EU-Standards und wird sich nun ein Wettrennen mit Kroatien darum liefern, wer
28. Mitgliedstaat der EU wird. Doch auch hier sollte gelten: Die
Konsolidierung der EU nach innen hat Priorität, eine Erweiterung kommt erst
nach Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon in Frage. Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir
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