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Juli 2009/1 Jerzy Buzek und José Manuel Barroso - ein neuer und ein
alter Präsident Am kommenden Dienstag
wird die Europäische Union einen historischen Moment erleben. Dann übernimmt
mit dem Polen Jerzy Buzek zum ersten Mal der Vertreter eines ehemaligen
Ostblock-Staates ein europäisches Spitzenamt. Der 69-jährige ist
unangefochtener Spitzenkandidat für die Position des Parlamentspräsidenten
und kann sich der Unterstützung der drei größten Fraktionen - der
konservativen EVP, der sozialistischen SPE und der liberalen ALDE - sicher
sein. Für den
ehemaligen Ministerpräsidenten Polens geht damit ein Traum in Erfüllung: der
Kommunismus-Kritiker Buzek wünschte sich schon im zarten Alter von 15 Jahren,
Abgeordneter eines freien Polen zu werden. Ab der kommenden Woche steht er
nun sogar an der Spitze einer Organisation, die wie keine andere für ein
freies Europa steht: dem Europäischen Parlament. Er selbst legte in seiner
Regierungszeit die Weichen für den Beitritt Polens zur EU. Nach dem Beitritt
2004 wechselte Professor Buzek als Europaabgeordneter nach Brüssel und
Straßburg und engagierte sich dort insbesondere für die Themen Forschung und
Innovation. Wenn er in
wenigen Tagen den Präsidentenstuhl vom deutschen CDU-Politiker Hans-Gert
Pöttering aus Bad Iburg übernimmt, wird er sich allerdings nur auf eine
Amtszeit in der Länge von einer halben Legislaturperiode, d.h. 2,5 Jahre,
einrichten können. Die EVP-Fraktion hat sich mit den Sozialdemokraten darauf
verständigt, nach Ablauf der Hälfte der Legislatur einen Präsidenten aus
SPE-Reihen zu nominieren. Favorit ist der bisherige SPE-Fraktionschef Martin
Schulz.
Ein Mann, der
nicht minder stark beschäftigt sein wird, ist José Manuel Barroso, der alte,
neue Präsident der Europäischen Kommission. Seine Wiederwahl steht voraussichtlich
im September an, nachdem die europäischen Staats- und Regierungschefs diese
Woche einstimmig beschlossen, dass der Portugiese für weitere fünf Jahre an
der Spitze der EU-Behörde stehen soll. Das Europaparlament muss der
Personalie im Herbst noch zustimmen. Mit den
EVP-Leuten Barroso und Buzek an der Spitze schaut die Europäische Union in
eine viel versprechende Zukunft. Das findet auch der "Dritte im
Bunde", der schwedische (konservative) Ratspräsident Fredrik Reinfeldt.
Dieser gab sich jüngst optimistisch, dass man bald in der Lage sein werde, in
Europa so wichtige Aufgaben wie den Klimaschutz und die Finanzkrise zu lösen.
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