Dioxin-Skandal - Europäische Kommission stellt sich hinter Aigner

Dioxin-Skandal

"Ilse Aigner hat ihre Arbeit gut gemacht", attestierte EU-Gesundheitskommissar John Dalli der deutschen Bundesagrarministerin im Hinblick auf ihr Krisenmanagement im deutschen Dioxinskandal. Gleichzeitig kündigte er diese Woche vor dem Plenum des Europäischen Parlaments an, striktere europäische Vorschriften zur Trennung von Industriefetten und Fetten für die Futterproduktion erarbeiten zu wollen. Angesichts der Dioxinfunde in deutschen Lebensmitteln sah Dalli die Notwendigkeit, die bestehenden Regeln zu überarbeiten. Die oberbayerische CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler begrüßt den Vorstoß des Maltesers: "Es ist ein richtiger Schritt, auf EU-Ebene die bereits strengen Vorschriften zum Umgang mit Futtermitteln nochmals zu überprüfen. Wir müssen alle Register ziehen, um jetzt und in Zukunft eine Vermischung von Zusatzstoffen für die Futterproduktion mit Industrieprodukten zu vermeiden."

Die Erklärung Dallis, wonach die deutschen Behörden nach den Dioxinfunden schnell gehandelt haben, sei wichtig zur Versachlichung der Dioxindebatte, unterstrich Niebler. Dalli hatte vor dem Plenum des Europäischen Parlaments betont, dass die zuständigen deutschen Behörden die betroffenen Betriebe schnell untersucht und die Produktion so lange unterbunden hätten, bis sichergestellt wurde, dass keine dioxinbelastete Ware in die Lebensmittelkette gelange. Zudem wurden laut Dalli die EU-Kommission und alle EU-Mitgliedstaaten über die Dioxinfunde informiert.

"Die wahren Leidtragenden sind neben den Verbrauchern besonders die Landwirte, die unverschuldet in ihrer Existenz bedroht werden. Die Sanktionen für Futtermittelpanscher müssen daher massiv verschärft werden", forderte die oberbayerische CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler. Der 10-Punkte-Plan von Bundesagrarministerin Ilse Aigner sei ein gutes Gerüst, um Futtermittel sicherer zu machen.