Birgit Schmeitzner - Brüssel-Korrespondentin des Bayerischen Rundfunks

Birgit Schmeitzner

Als Brüssel-Korrespondentin des Bayerischen Rundfunks verdient Birgit Schmeitzner ihre Brötchen mit dem, was auch Angelika Niebler den Bürgern immer wieder in Gesprächen vermittelt: sie erklärt die Europäische Union. Ob es um die Reform der Agrarpolitik oder um den Rettungsschirm für pleitebedrohte Euroländer geht - ihren Hörern muss die Rundfunkjournalistin auch die kompliziertesten Sachverhalte schnell und für jedermann verständlich erklären können. Doch das hat sie im Blut, denn die gebürtige Münchnerin kann auf langjährige journalistische Erfahrungen zurückblicken. Zuletzt arbeitete sie als stellvertretende Nachrichtenchefin des Bayerischen Rundfunks in München, bevor sie im August 2009 in das Hörfunkstudio in Brüssel wechselte.

Wie so viele, die in Brüssel hautnah dabei sind, findet Schmeitzner, dass die EU besser ist als ihr Ruf. Denn mit der Eigenwerbung habe der Staatenbund so seine Probleme. "Immer wieder fällt mir auf, dass sich einige Klischees hartnäckig halten", so die 41-jährige. "So wird von Kritikern zum Beispiel ständig die Verordnung über den Krümmungsgrad der Gurke zitiert, obwohl es die schon längst nicht mehr gibt." Dass viele so schlecht über die EU informiert seien, liege aber auch an der ungeheuren Informationsflut. Kommission, Rat und Parlament, Verbände und Lobbyisten geben täglich Pressemeldungen heraus. "Da muss man sich durchwühlen, sichten und das Wichtigste herausfiltern", so die Hörfunkjournalistin. Ohne eine gute Zusammenarbeit mit den deutschen Journalistenkollegen in Brüssel gehe es dabei nicht.

Obwohl die Berichterstattung über die EU allein schon ein Fulltime-Job ist, kümmert sich Schmeitzner auch noch um die NATO, die ihren Hauptsitz in Brüssel hat, und um Ereignisse in Belgien und den anderen beiden Benelux-Staaten. Sei es die belgische Dauerkrise bei der Regierungsfindung, die 14-jährige Weltumseglerin Laura Dekker aus den Niederlanden oder Urteile des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg - Schmeitzner hält auch bei diesen Themen Augen und Ohren offen, um ihren Hörern in Bayern stets aktuell berichten zu können.

Erste Hörfunk-Erfahrungen sammelte sie nach ihrem Studium der Politik, Germanistik und Soziologie an der Universität Passau während eines Volontariats bei der BLR München, einem Nachrichten-Dienstleister für bayerische Lokalradios. Im Februar 1998 trat sie dann in die Nachrichtenredaktion des Bayerischen Rundfunks ein, wo sie u.a. als Chefin vom Dienst, News-Anchorwoman in der Morningshow, Moderatorin der Radiowelt und wie eingangs erwähnt als stellvertretende Nachrichtenchefin fungierte. Nach wie vor macht ihr der Job viel Spaß und so hat sie auch ihre Entscheidung, nach Brüssel zu gehen, nicht bereut: "Langweilig wird es hier nie und es gibt keinen Tag, an dem ich nicht etwas Neues lerne."