CO2-Limits für Kleintransporter festgelegt - Europäisches Parlament für ambitionierte Grenzwerte

CO2-Limits

Was für Pkwhersteller ab 2012 verpflichtend wird, soll künftig auch für Produzenten von Kleintransportern gelten: eine Obergrenze für den Kohlendioxidausstoß. Das Europäische Parlament nahm am Dienstag mit großer Mehrheit eine EU-Verordnung an, die ab 2020 eine verbindliche Grenze von durchschnittlich 147 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer vorschreibt. Bis dahin soll ab 2014 stufenweise ein Durchschnittsgrenzwert von 175 Gramm CO2/km gelten. "Diese Entscheidung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller gegenüber den Konkurrenten außerhalb der EU", lobte die oberbayerische CSU-Europaabgeordnete die ambitionierten Richtwerte. "Für den Klimaschutz bedeuten 147 Gramm CO2/km eine durchschnittliche Reduzierung der gegenwärtigen Kohlendioxidemissionen um rund 27 Prozent. Gleichzeitig bleiben die Fahrzeuge für Mittelstand und Handwerk bezahlbar und durch den niedrigeren Kraftstoffverbrauch sparen die Betriebe bares Geld."

Ab 2014 sollen 70 Prozent der Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen den durchschnittlichen Grenzwert von 175 Gramm CO2 pro Kilometer erfüllen. 2015 soll dies für 75 Prozent, 2016 für 80 Prozent und ein Jahr später für alle Neufahrzeuge gelten. Ab 2020 gelten dann 147 Gramm. Wenn ein Hersteller diese Grenzwerte nicht erreicht, muss er für jedes überschüssige Gramm CO2 eine Strafe von 95 Euro je Fahrzeug zahlen. "Wir wollen die CO2-Emissionen von Kleinlastern und Transportern verringern und so den notwendigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der ambitionierte und gleichzeitig auch realistische Wert von 147 Gramm gibt darauf die richtige Antwort. Denn wenn es für die Industrie unmöglich ist, die Grenzwerte zu erreichen, fließen die Gelder nur in Strafzahlungen und nicht in die Entwicklung von Öko-Innovationen. Und diese werden vorrangig von mittelständischen Zulieferern produziert", so Angelika Niebler. Es nütze dem Klima auch nichts, wenn der Preis der Neufahrzeuge für die kleinen und mittleren Unternehmen unerschwinglich werde. Deshalb habe man den Herstellern genügend Flexibilität eingeräumt: Damit sich die Entwicklung CO2-sparender Technik lohnt, werden Öko-Innovationen wie Solardächer oder sparsame LED-Leuchten berücksichtigt, und besonders umweltfreundliche Fahrzeuge bekommen so genannte Super Credits.

Beim Klimaschutz setzen die Europaabgeordneten auf gezielte Anreize statt auf Verbote. "Die in der Verordnung vorgesehenen Anreize für besonders umweltfreundliche Transporter, wie etwa Hybrid- oder Elektrofahrzeuge, fördern die schnellere Markteinführung", sagt die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler. Es werde außerdem noch geprüft, ob ab 2012 verpflichtend eine Kraftstoffverbrauchsanzeige in jedes Fahrzeug eingebaut werden müsse. Die Verhandlungsführer von Parlament und Rat hatten sich bereits im Vorfeld der Abstimmung auf einen gemeinsamen Gesetzestext geeinigt, so dass die neue Verordnung noch vor dem Sommer in Kraft treten kann.