Einblicke in den Arbeitsalltag einer Europaabgeordneten - Angelika Niebler besucht das Korbinian-Aigner-Gymnasium in Erding

Die Schüler der Jahrgangsstufe Q12 des Korbinian-Aigner-Gymnasiums staunten nicht schlecht über das Arbeitspensum, das ein Europaabgeordneter leisten muss. Pardon, eine Europaabgeordnete natürlich. In diesem Fall: Angelika Niebler, die den Wahlkreis Oberbayern in Brüssel und Straßburg vertritt. Bei ihrem Vortrag in der Aula der Schule stellte sich die CSU-Europaabgeordnete den Fragen der Abiturienten, die von der Gelegenheit, sich aus erster Hand über das politische Geschehen in Brüssel zu informieren, regen Gebrauch machten.

"Wir müssen gemeinsam strengere Regeln erarbeiten", erklärte sie den Schülern mit Hinblick auf die aktuell schwelende Finanzkrise. Es sei gut und richtig von Deutschland und Frankreich, als größte Länder der Währungsunion voranzugehen. Dabei dürfe natürlich nicht der Eindruck entstehen, dass über die Köpfe der anderen hinweg entschieden werde. Sie machte auch deutlich, wie wichtig der europäische Binnenmarkt für Deutschland sei. "Wir leben hier quasi auf einer Insel der Glückseligen", betonte sie im Hinblick auf Bayern. "Von chemischer Industrie über Medien bis hin zur Landwirtschaft haben wir alles."

Dass der Arbeitsalltag manchmal nicht ganz einfach sei und es durchaus schwierig sein könne, sich mit den Abgeordneten aus den 26 anderen Mitgliedstaaten auf einen gemeinsamen Weg zu einigen, gab sie gerne zu: "Man meint, man redet vom Gleichen, aber wenn man sich nicht die Mühe macht, auf die Kollegen zuzugehen, kommt man auf keinen grünen Zweig."

Die Initiative zum Besuch von Niebler am Korbinian-Aigner-Gymnasium, war von den Sozialkundelehrern Stefan Grabrucker und Manuel Hock ausgegangen. Die Europäische Union war im ersten Schulhalbjahr des Sozialkundeunterrichts Schwerpunktthema der Q12, so dass das Gespräch mit der oberbayerischen Europaabgeordneten den Abschluss einer intensiven Beschäftigung der Schüler mit der EU bildete.

Der Namenspate der Schule, Korbinian Aigner, ist übrigens auch bekannt als Apfelpfarrer. Der bayerische Priester war Obstzüchter, der sich politisch engagierte und schon lange vor der Machtergreifung Hitlers gegen die Machenschaften der NSDAP predigte. Im Zweiten Weltkrieg wurde er verhaftet und verbrachte mehrere Jahre als politischer Häftling in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen. Der Erdinger Kreistag benannte das örtliche Gymnasium im Juni 2010 nach ihm.