EU vereinfacht Verbreitung von TV- und Radioprogrammen im Internet

14. Dezember 2018 - Die gestern beschlossene Neuregelung der Sat/Cab-Verordnung wird dazu führen, dass künftig mehr TV- und Radioprogramme online, länderübergreifend verfügbar sind. Gleichzeitig werden mit der Einigung die Inhalte europäischer Filmschaffender vor einem Ausverkauf an die großen Plattformbetreiber geschützt.

EU-Bürger, Europäische Filmschaffende und Rundfunkanstalten profitieren von der Neuregelung der Sat/Cab-Verordnung. Durch eine Vereinfachung des digitalen Rechte-Clearings können bestimmte TV- und Radioprogramme zukünftig online unkompliziert in der ganzen EU verfügbar gemacht werden.

Das sogenannte Ursprungslandprinzip soll für Nachrichten, aktuelle Programme und Programme, die von Rundfunkanstalten voll finanziert wurden (Sportveranstaltungen sind hier ausgenommen), gelten. Das bedeutet, dass das Rechte-Clearing für diese Programme nur im Ursprungsland vorgenommen werden muss und nicht wie zuvor in jedem EU-Land, in dem das Programm verfügbar sein soll. Die neuen Regeln sollen dazu führen, dass Nachrichten und aktuelle Programme sich länderübergreifend besser verbreiten können und damit der Zugang zu Informationen gefördert wird.

Ein wichtiger Erfolg ist, dass das Ursprungslandprinzip nicht für Co-Produktionen gilt. Große Streaming-Plattformbetreiber werden dadurch daran gehindert, die Rechte für kreative Inhalte als All-In-One-Paket zu erwerben, womit unter der erzielten Einigung nun Filmschaffenden ein wichtiger Teil ihrer Finanzierung erhalten bleibt.

Europaabgeordnete Angelika Niebler zeigt sich zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis: „Inhalte sollen europaweit verfügbar sein, aber zu fairen Konditionen. Ich glaube, wir haben mit dieser Einigung eine wirklich gute Balance zwischen dem Schutz der Filmwirtschaft und den Interessen der Rundfunkveranstalter und Verbraucher gefunden. Europa ist nicht nur Markt und Euro, sondern auch die Vielfalt unserer Kulturen - durch dieses Verhandlungsergebnis wird ermöglicht diese Vielfalt in ganz Europa besser verfügbar zu machen.“

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