Europa erhöht Schutz vor Cyber-Bedrohungen

Europa wird Bedrohungen aus der digitalen Welt - von der großangelegten Cyberattacke bis zum Computervirus auf dem Heimcomputer - zukünftig besser abwehren können. Denn die EU-Cybersicherheitsagentur ENISA wird personell und finanziell aufgestockt und die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten im Bereich Cybersicherheit wird intensiviert. Es wird künftig für IT-Geräte europaweit einheitliche Zertifizierungen geben und zudem soll eine bessere Information der Nutzer den individuellen Schutz im zunehmend vernetzten Alltag erhöhen.

Zu diesem Ergebnis führten gestern die bis in die Nacht dauernden Verhandlungen zwischen dem EU-Parlament und den Mitgliedstaaten über den „Cybersicherheits-Rechtsakt“ (Cybersecurity Act). „Die Einigung ist ein wichtiger Erfolg, um langfristig mit den Sicherheitsrisiken in der digitalen Welt Schritt zu halten“, sagte die CSU-Europaabgeordnete und Verhandlungsführerin für das Parlament, Prof. Dr. Angelika Niebler, nach Abschluss der Verhandlungen.

Die Digitalisierung schreitet in Europa rasant voran. Über 80 Prozent der EU-Bevölkerung hat mittlerweile Zugang zum Internet. Vom Kühlschrank über die Kaffeemaschine bis hin zum Herzschrittmacher gibt es Dinge, die „online“ sind - man spricht in diesem Zusammenhang auch vom „Internet der Dinge“. Ab 2020 werden es nicht mehr Menschen, sondern hauptsächlich Geräte sein, die digital miteinander interagieren. Deswegen wurde im Verhandlungstext nun festgeschrieben, dass Konsumenten in Zukunft besser über Risiken bei der Nutzung solcher Produkte aufgeklärt werden müssen. Außerdem müssen die Hersteller künftig informieren, wie Nutzer selbst durch Updates oder Änderung von Standardeinstellungen ihrer smarten Produkte die Cybersicherheit erhöhen können.

Für internetfähige Geräte und Dienstleistungen sollen zudem künftig von ENISA europäisch einheitliche Cybersicherheitsschemata erarbeiten werden. Hierzu sieht der Gesetzestext eine intensive Zusammenarbeit zwischen ENISA, den nationalen Sicherheitsbehörden und den Anbietern von Produkten und Dienstleistungen vor. Denn die IT-Sicherheit im Netz kann nur gemeinsam erhöht werden.

„Eine einheitliche europaweite Zertifizierung von smarten Geräten und sicheren Dienstleistungen kann für unsere europäischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb ein Verkaufsschlager werden. Unsere starke industrielle Basis in der EU wird durch den Cybersicherheits-Rechtsakt in jedem Fall gestärkt“, so die EP-Verhandlungsführerin Angelika Niebler.

Die Zertifizierungen erfolgen zunächst freiwillig. Bis 2023 soll die Kommission dann evaluiert haben, inwieweit ein freiwilliges Schema verpflichtend werden soll.

Nach dem Cybersicherheits-Rechtsakt gibt es künftig drei verschiedene Sicherheitsstufen, niedrig, mittel und hoch. Die Sicherheitsstufen geben Auskunft darüber, wie groß das Risiko für Cyberattacken von IT-Produkten und Dienstleistungen ist und welche Schäden eine Attacke bei bestimmungsgemäßer Verwendung oder Nutzung voraussichtlich verursachen kann.

„Die Cyberattacke WannaCry in 2017, durch die über 200 000 IT-Systeme zeitgleich in der EU lahmgelegt wurden, hat gezeigt, dass wir auch europäische Initiativen für mehr Cybersicherheit brauchen“, betont Angelika Niebler: „Mit der Einigung über den Cybersicherheits-Rechtsakt haben wir hierfür nun den Grundstein gelegt. Europa könnte bald die führende Kraft beim Thema Cybersicherheit sein.“

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