Lieblings-Sport Events künftig auch im Urlaub nicht verpassen

Europäisches Parlament und Vertreter der Mitgliedstaaten einigen sich auf grenzüberschreitenden Portabilität von Online-Diensten

Gute Nachrichten für Europas Bürger: Ab 2018 können Kunden von bezahlten Online-Diensten wie Amazon Prime, Sky oder Netflix auch im europäischen Ausland ihre Abonnements nutzen. Darauf einigten sich gestern Abend das Europäische Parlament, Vertreter der EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission. "Dies ist ein großer Schritt hin zu einem grenzenlosen digitalen Europa. Nun muss während des Urlaubs nicht mehr auf das Staffelfinale der neuen Lieblingsserie oder das Top-Spiel des Lieblingsvereins verzichtet werden“, so Angelika Niebler, die federführend für die EVP-Fraktion das Dossier verhandelte.

Bislang war die "Mitnahme" des Abos ins EU-Ausland oftmals aufgrund der territorialen Lizenzen nicht möglich. Das so genannte „Geoblocking“ verhinderte, dass die Nutzer auf ein in ihrer Heimat abgeschlossenes Abonnement auch im EU-Ausland Zugriff hatte. „Das führte dazu, dass Nutzer während des Urlaubs oder einer Dienstreise darauf verzichten müssen, beispielsweise das Fußballmatch ihrer Lieblingsmannschaft zu verfolgen. Die Aufhebung dieser Beschränkung ist ein großer Gewinn für die Bürger Europas“, so Niebler weiter. Künftig müssen die Nutzer nicht mehr für Dienste bezahlen, auf die sie nicht stetig Zugriff haben. „Ich selbst kenne das Gefühl zu gut. Als gebürtige Münchnerin freue ich mich sehr, dass ich endlich die Spiele meines Heimatvereins, dem FC Bayern München, auch auf Dienstreisen oder im Urlaub nicht mehr verpassen muss. Europas Binnenmarkt wächst stetig weiter zusammen – nun auch wieder ein Stückchen mehr in der digitalen Welt."

Die neue Verordnung, der Rat und Parlament noch abschließend zustimmen müssen, gilt für sämtliche Online-Dienste, für die ein Abonnent eine Zahlung geleistet hat. Anbieter von Online-Diensten, die ohne Zahlung eines Geldbetrags zur Verfügung gestellt werden - wie z. B. der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit ihrer Mediathek - erhalten die Möglichkeit, freiwillig in den Anwendungsbereich der Verordnung zu fallen. Um Missbrauch zu verhindern, werden die Anbieter von Online-Diensten verpflichtet, den Wohnsitz ihrer Abonnenten zu verifizieren. Nach Zustimmung durch Parlament und Mitgliedstaaten wird die neue Verordnung neun Monate nach Veröffentlichung im EU Amtsblatt in Kraft treten.