Runder Tisch für Fachkräfte in Pfaffenhofen

Das Problem ist bekannt: In Deutschland herrscht zunehmend ein Fachkräftemangel und in den südeuropäischen Ländern wie Griechenland, Portugal oder Spanien existiert eine große Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Unternehmer und Politiker in Deutschland haben mittlerweile verstanden, dass im Problem auch eine Lösung liegt. Dies bewies im Spätsommer 2012 ein engagierter Unternehmer aus Pfaffenhofen a.d. Ilm. Er hatte vier Spanier für sein oberbayerisches Unternehmen angeworben. Es waren jedoch nicht, wie zuerst von ihm vermutet, junge Männer, die kommen wollten. Sondern es waren gestandene Familienväter, die gerne samt ihrer Frau und den kleinen Kindern hierher ziehen wollten, um endlich wieder eine Zukunftsperspektive für sich zu erhalten. Auf Anfrage des Landratsamtes nahmen an dem Runden Tisch neben den Mandatsträgern das Sozialministerium, die IHK und HWK, die Arbeitsagentur teil.

„Wir waren sehr froh, dass wir bei Frau Dr. Niebler auf ein offenes Ohr gestoßen sind. Wir müssen Strukturen schaffen, die alle vorhandenen Ressourcen bündeln“, hebt Johannes Hofner Leiter des Referats für Wirtschaftsentwicklung im Landratsamt Pfaffenhofen a.d. Ilm nach dem Gespräch hervor. Zwei Fragestellungen standen am Runden Tisch im Vordergrund: Welche Strukturen müssen geschaffen werden damit die Akquise unterstützt werden kann und Angebot und Nachfrage zusammenkommen? Und wie können die Angeworbenen aus dem EU-Ausland bei der Integration unterstützt bzw. welche vorhandenen Fördertöpfe können dazu genutzt werden?

Die erfolgreiche Bekämpfung des Fachkräftemangels stellt örtliche Behörden vor neue Herausforderungen. So wurden zwei Ergebnisse festgestellt über die sich die zahlreichen Beteiligten von der IHK, HWK, Arbeitsagentur und dem Sozialministerium in der Gesprächsrunde einig waren. Erstens sollten die örtlichen Institutionen, wenn sie die Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung für die europäischen Zuwanderer abmildern wollen, Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds dazu verwenden dürfen. Dies wäre z.B. eine Unterstützung beim Spracherwerb, bei Behördengängen, der Suche nach einer Wohnung oder Kinderbetreuung. Und zweitens sollten Angebot und Nachfrage sich leichter im europäischen Binnenmarkt finden können. Dazu müssten jedoch dementsprechend engagierte Pilotprojekte wie das Vermittlungsportal der Europäischen Kommission `Dein erster EURES-Arbeitsplatz´ im Bekanntheitsgrad gesteigert werden.

Wir möchten in Pfaffenhofen ein Projekt starten, bei dem ein Anwerbe- und Startpaket geschnürt wird. Nur so können wir die Herausforderungen der aktuellen Situation meistern und eine Qualifizierung und Betreuung vor Ort durch gezielte Maßnahmen ermöglichen. Damit auch die politischen Rahmenbedingungen in die Wege geleitet werden, reichten die Initiator des Runden Tischs drei Anträge beim CSU-Parteitag ein, die alle mit großer Mehrheit angenommen wurden.