"Tag der Einheit - Tag der Begegnung" in Kirchseeon

Der dritte Oktober ist für mich jedes Jahr aufs Neue ein ganz besonderer Tag. Wir feiern an diesem Datum nicht nur die Deutsche Einheit, sondern gedenken auch dem großen CSU-Visionär Franz Josef Strauß. Im Zeichen dieser Anlässe, dem 23. Tag der Deutschen Einheit und dem 25. Todestag von Franz Josef Strauß, hatte ich als Vorsitzende des CSU-Kreisverbands Ebersberg unter dem Motto "Tag der Einheit - Tag der Begegnungen" nach Kirchseeon geladen. Mehr als 100 Gäste folgten meiner Einladung.

Ehrengast der diesjährigen Veranstaltung war mein Parlamentskollege Joachim Zeller. Seit 2009 ist der gebürtige Oberschlesier CDU-Europaabgeordneter für die Stadt Berlin und hat sowohl die DDR-Diktatur als auch die Wende als Zeitzeuge miterlebt. Der 61-jährige hatte während der Tage des Mauerfalls seine Wohnung in der Bernauer Straße - in jener Straße, die durch die Mauer in Ost- und Westdeutschland getrennt war - und konnte buchstäblich dabei zusehen, wie Geschichte geschrieben wurde. "Die Volkspolizisten waren auf alles vorbereitet, aber nicht auf Kerzen und Gebete." Im Anschluss berichtete uns Joachim Zeller von seiner Kindheit in Oberschlesien und Ost-Berlin: In Polen war er gezwungen, seine deutsche Sprache zu verbergen, in Berlin wurde ihm dann als Katholik das Leben schwer gemacht.

Im Hinblick auf den 25. Todestag von Franz Josef Strauß bekräftige der ehemalige Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte: "Die deutsche Einheit war nur im europäischen Einigungsprozess möglich. Franz Josef Strauß und Helmut Kohl hatten recht mit dieser Maxime. Es ist tragisch, dass Strauß ein vereintes Deutschland nicht mehr miterleben konnte, denn er hat zeitlebens auf die Wiedervereinigung hingearbeitet. Der heutige Tag hätte ihm gefallen."

Für einen besonders bewegenden Moment sorgte Joachim Zeller als er am Schluss sagte: "Ich freue mich, wenn ich in der Bernauer Straße auf die andere Straßenseite gehen kann." Dieser Satz verdeutlicht den unschätzbaren Wert der Deutschen Einheit. Für die junge Generation mag ein friedliches und freies Deutschland selbstverständlich sein. Doch wir müssen uns immer wieder daran erinnern, dass viele Menschen wie Joachim Zeller mit viel Mut und Überzeugung für ihre Freiheit gekämpft haben. Freiheit ist auch heute noch keine Selbstverständlichkeit!