Dezember 2009/1

 

 

Friedenslichter im Europäischen Parlament – Hoffnungsvolle Weihnachtsfeier in Zeiten des Klimawandels

 

Hope“-enhagen nannte die Kopenhagener Oberbürgermeisterin Ritt Bjerregaard noch Anfang der Woche die dänische Hauptstadt, in der an diesem Wochenende die Verhandlungen zum Klimaschutz scheiterten. Wörter wie „Floppenhagen“ und das Hamletsche „Es ist was faul im Staate Dänemark“ prägten die Schlagzeilen nach Abschluss des zweiwöchigen Konferenzmarathons in unserem Nachbarland im hohen Norden. Zwar wurde ein Kompromiss gefunden, aber er ist inhaltslos – eine Farce, selbst im Vergleich zum Kyoto-Protokoll, das zwar als weitestgehend wirkungslos gilt aber immerhin konkrete Reduktionsziele enthält.

 

„Frieden ist schwierig“, sagte einmal der ehemalige Europaparlamentspräsident Hans-Gert Pöttering. Ähnlich verhält es sich mit dem Klimaschutz, der nur möglich ist, wenn sich Industriestaaten und Schwellenländer gemeinsam ihrer Verantwortung stellen. Von Entgegenkommen und friedvollem Miteinander  geprägte Verhandlungen waren aber in Kopenhagen nicht zu erwarten. Besonders China und Indien waren nicht bereit, ihr Wirtschaftswachstum durch verbindliche Reduktionsziele zu gefährden. Verständlich, dass viele Entwicklungsländer, die vom Klimawandel schon jetzt betroffen sind, auf die Barrikaden gingen.

 

Der fortschreitende Klimawandel droht zu globalen Verteilungskämpfen, Flüchtlingsströmen und einer Zunahme so genannter „schwacher Staaten“ zu führen – versinkt die Welt nun im Klimachaos? Nein, denn noch ist die Hoffnung auf einen wirksamen internationalen Vertrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung nicht gestorben. Nächstes Jahr wird es auf UN-Ebene mit Verhandlungen in Bonn und Mexiko-Stadt weitergehen. Und wenn selbst dann nicht alle Staaten an Bord geholt werden können wären Verhandlungen auf Ebene der G20 denkbar, einem Zusammenschluss der 19 wirtschaftlich bedeutendsten Industrie- und Schwellenländer und der EU, die zusammen 70 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verursachen. Wenn nur diese 20 entschlossen handeln würde, wäre die Welt dem Zweigradziel einen großen Schritt näher.

 

Hoffnungsvoll zeigte sich auch das Europaparlament, in dem bei einer Feierstunde in der vergangenen Woche hunderte von Kerzen die Pulte der Abgeordneten erleuchteten. Entzündet wurden sie von der Friedensflamme aus Bethlehem, einem Symbol des Friedens und der Verständigung zwischen den Menschen dieser Welt, die nunmehr zum dreizehnten Mal nach Straßburg getragen worden war. Das Licht wird in der Vorweihnachtszeit von einem Kind an der Geburtsstätte Jesus Christus in Bethlehem entflammt und nach Wien gebracht. Von dort aus wird es nach einem Aussendungsgottesdienst weiter auf den Weg geschickt. Der Brauch ist Teil eines karitativen Projekts zur Unterstützung behinderter Kinder und bedürftiger Menschen.

 

Die Flamme führt uns das vor Augen, was ein unbekannter Autor über Sinn und Wesen der Weihnachtsfeier sagte: „Das Geheimnis der Weihnacht besteht darin, dass wir auf unserer Suche nach dem Großen und Außerordentlichen auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen werden.“ Unscheinbar und klein – das war auch der Stall, in dem vor mehr als zwei Jahrtausenden Jesus Christus geboren wurde. Unscheinbar und klein sind häufig auch die Gesten, mit denen wir anderen helfen, ihnen bei Schicksalsschlägen Halt geben oder einfach nur füreinander da sind. Unscheinbar und klein sind auch die Anfänge, die in Kopenhagen gemacht wurden. Beispielsweise die Zusage der USA, sich an Klimahilfezahlungen für Entwicklungsländer zu beteiligen oder das Einlenken Chinas, eine internationale Kontrolle der CO2-Reduktionen zuzulassen. Aber sie sind da und wie bedeutend sie noch werden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

 

Liebe Leserinnen und Leser, mit diesen Gedanken möchte ich mich für dieses Jahr von Ihnen verabschieden und Ihnen allen schöne Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2010 wünschen!

 

Ihre Europaabgeordnete

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