Juni 2010/1

 

Wie gesund ist Europas Wirtschaft? – Plädoyer für eine nüchterne Analyse

 

In Deutschland wird gerne schwarz gemalt. Dabei sieht es mit Ausnahme Griechenlands für Europas Volkswirtschaften gar nicht so schlecht aus. Im Gegenteil: es geht uns besser als vor der Krise. Befürchtet wurden der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, ein rasanter Anstieg der Arbeitslosigkeit, haufenweise Firmenpleiten und der Fall Europas in eine tiefe Rezession. Heute ist davon nur noch wenig zu spüren, dennoch blicken viele Deutsche mit Sorge in die Zukunft – warum eigentlich?

 

Vieles ist Schwarzmalerei von Medien und Politik. Denn wir haben in der EU mit 1,8 Prozent in 2010 eine niedrigere Inflationsrate als zu Zeiten der D-Mark, die Wachstumsprognosen sehen mit 0,7 Prozent für die EU 2010 gar nicht so schlecht aus und was der europäischen Wirtschaft besonders zu Gute kommt ist das niedrige Zinsniveau. Das macht sich daran bemerkbar, dass für Unternehmen die Kreditklemme weitgehend überwunden ist, es werden gar günstigere Refinanzierungen am europäischen Geldmarkt angeboten als vor der Krise. Gleichzeitig liegen die Zinsen für Hausfinanzierungen und Konsumentendarlehen auf dem niedrigsten Niveau der Nachkriegszeit.

 

Die deutsche Industrie meldet 30 Prozent mehr Auftragseingänge als zum Krisentiefpunkt vor einem Jahr, die Ausfuhren stiegen im März dieses Jahres so stark an wie seit 1992 nicht mehr, denn der verhältnismäßig schwache Euro sorgt für eine bessere Wettbewerbsfähigkeit deutscher und europäischer Produkte am Weltmarkt. Besonders stark entwickelt sich zurzeit auch der Mittelstand, der sich in der Krise als Stabilisator des Arbeitsmarktes erwies. Obwohl 2009 fast 5 Prozent weniger Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erzielt wurde, gingen die Beschäftigtenzahlen lediglich um 0,27 Prozent zurück.

 

Was im Schuh tatsächlich drückt, sind die Staatsschulden, die in nahezu allen EU-Mitgliedstaaten auf Rekordniveau liegen. Doch in der Krise liegt die Chance. Das klingt abgedroschen, schmälert aber nicht den Wahrheitsgehalt der Botschaft. Denn die dramatischen Entwicklungen auf dem Weltfinanzmarkt haben die Regierungen der Eurozone nicht nur zu der Schnürung milliardenschwerer Rettungspakete veranlasst, sondern viele auch zu einer beispiellosen Kürzung der Ausgaben, was die Basis für ein überdurchschnittliches Wachstum in den nächsten Jahren legen könnte.

 

Neben den Griechen treten auch viele andere Länder freiwillig kürzer: Italien hat kürzlich ein Sparpaket in Höhe von 24 Milliarden Euro verabschiedet, Spanien hat sein ursprüngliches Sparprogramm verschärft: 2010 und 2011 sollen noch mal 15 Milliarden Euro weniger ausgegeben werden als geplant. Großbritannien will rund sechs Milliarden Euro einsparen und Irland bereitet ebenfalls radikale Sparmaßnahmen vor.

 

Die Krise hat Europa zusammengeschweißt, die erforderlichen drastischen Sparmaßnahmen werden schon bald Früchte tragen. Warum also nicht mal positiv in die Zukunft sehen? Das könnten wir nach den vergangenen pessimistischen Jahren wirklich ganz gut vertragen. Die Zahlen stehen dem jedenfalls nicht im Wege.

 

 

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Interview mit Angelika Niebler in der WDR-Sendung „Eins zu Eins – Gespräch aus Brüssel“:

 

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2010/06/04/eins-zu-eins.xml

 

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