Mai 2011/2

 

Nebenprodukte der Wegwerfgesellschaft – EU sagt Plastikmüll den Kampf an

 

Letzte Woche rüttelte Bundesagrarministerin Ilse Aigner die Deutschen mit der Schätzung auf, dass pro Jahr 20 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll wandern. Diese Verschwendung ist aber nur ein Aspekt unserer Wegwerfgesellschaft. Ein anderes Nebenprodukt ist der Plastikmüll, der unsere Umwelt gleich dreifach belastet: Für die Herstellung von Plastik wird Erdöl benötigt, bei seiner Entsorgung gelangen umwelt- und klimaschädliche Substanzen in die Luft und es ist in der Regel nicht biologisch abbaubar, weshalb es lange in der Umwelt verbleibt und dort große Schäden anrichtet.

 

Plastiktüten z. B. werden im Schnitt nur 12 Minuten lang benutzt, bevor sie im Müll landen. Bis sie vollständig von der Erde verschwunden sind, vergehen bis zu 1.000 Jahre. Am schlimmsten zeigen sich ihre Auswirkungen in den Meeren, wo nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen jährlich eine Million Seevögel und hunderttausend Meeressäuger an Plastikmüll verenden. Mittlerweile haben sich in den Ozeanen riesige Müllstrudel gebildet, die wie im Fall des „Garbage Patch“ im Pazifik vier Mal so groß wie Deutschland werden und aus krümelgroßen Plastikteilchen bestehen, die Giftstoffe enthalten können, die letztendlich auch wir Menschen über den Verzehr von Fischen und anderen Meerestieren aufnehmen.

 

Die in der EU verbrauchten Plastiktüten von durchschnittlich 500 Stück pro Kopf im Jahr gelangen zu einem größeren Teil als vermutet früher oder später in die Weltmeere. Obwohl auch viel Plastikmüll von Schiffen stammt, gelangt ein Großteil davon (ca. 80%) über die Flüsse ins Meer. Weil sie so leicht und klein sind, werden Plastiktüten häufig nicht von der Abfallwirtschaft erfasst. Allein im Mittelmeer schwimmen nach Schätzungen der Europäischen Kommission 250 Milliarden Kunststoffteilchen mit einem Gesamtgewicht von 500 Tonnen. Das ist schon längst nicht mehr nur ein ästhetisches Problem für die Urlauber an Europas Stränden.

 

Gegen den steigenden Verbrauch von Plastiktüten möchte die EU nun vorgehen. Die Europäische Kommission befragt deshalb die Bürger der EU zu ihrer Meinung, wie sich der Gebrauch von Tragetaschen aus Kunststoff am besten verringern ließe. Was denken Sie? Wie sinnvoll wäre es, Plastiktüten mit einem Preis oder einer Steuer zu belegen oder sollten sie gleich ganz verboten werden? Und was sind die Alternativen? Der Online-Fragebogen, der leider nur auf Englisch verfügbar ist, kann noch bis zum 9. August ausgefüllt werden.

 

 

Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte!

Mehr Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie auf den folgenden Seiten im Internet:

 

Befragung der Europäischen Kommission zur Vermeidung von Plastiktragetaschen (Englisch):

 

http://ec.europa.eu/yourvoice/ipm/forms/dispatch?form=PLASTICBAGS

 

Lesenswerter Artikel der Neuen Zürcher Zeitung zum Plastikmüll in den Meeren:

 

http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/f139c1eb-3d69-40be-88f1-3e30c7d30239.aspx

 

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