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Juli 2012/1

Liebe Leserinnen und Leser,

Gehören Sie auch dazu? Zu den weltweit mehr als 900 Millionen Nutzern des sozialen Netzwerks Facebook? Und haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was eigentlich genau mit Ihren Daten passiert, die Sie einmal ins Netz gestellt haben? Diese Fragen habe auch ich mir gestellt und daher habe ich mich in dieser Woche auf den Weg nach Dublin gemacht und mir einen persönlichen Eindruck davon verschafft, wie Facebook eigentlich arbeitet.

 

Zugegebenermaßen war ich - mit der notwendigen kritischen Distanz - beeindruckt. Aus meiner Sicht hat Facebook viel aus der in der Vergangenheit geäußerten Kritik gelernt und durchaus beachtliche Anstrengungen unternommen, für die Nutzer mehr Transparenz zu schaffen. So kann man bezüglich allen Inhalten, die man mit seinen Freunden oder der Öffentlichkeit teilen will, die Privatsphäreeinstellungen jederzeit verändern. Insbesondere bei Erstnutzern wird durch Facebook darauf hingewiesen, welche Möglichkeiten es gibt, den Kreis derjenigen festzulegen, welche die geposteten Inhalte sehen können. Auch scheint man nach unserem Eindruck bemüht zu sein, auf Anfragen umgehend zu reagieren. Die rund 400 Mitarbeiter bei Facebook in Dublin sprechen etwa 35 verschiedene Sprachen und sind somit in der Lage, auf Anfragen auch in der Muttersprache des Fragestellers zu reagieren. Vorsichtig sollte man insbesondere durch die zunehmende Vernetzung einzelner Internetplattformen wie beispielsweise Facebook mit Spotify sein.  

 

Das Thema Datenschutz ist nicht erst seit Erfindung des Internets aktuell, aber es hat in den vergangenen Jahren enorm an Brisanz gewonnen. Denn die "digitale Revolution" hat nicht nur dazu geführt, dass sich unsere Art der Kommunikation verändert hat, sondern auch unser tägliches Leben. Oder hätten Sie sich vor 15 Jahren vorstellen können, dass Einladungen zu einer "After Work Party" der CSU über Facebook verschickt werden und auch nahezu sämtliche andere Informationen mittlerweile im Netz zu finden sind? Aber genau hier beginnt auch das Problem: Was einmal ins Internet gestellt wurde, bleibt in der Regel ein Leben lang dort auch wieder zu finden.

 

Die Europäische Union hat die Probleme erkannt, die sich durch die verstärkte Nutzung der neuen Medien ergeben und kürzlich einen Vorschlag für eine Überarbeitung der Datenschutzverordnung vorgelegt. Ein bereits seit langem von mir und auch anderen Kolleginnen und Kollegen gefordertes "Recht auf Vergessen" im Internet hat die Europäische Kommission in ihren Vorschlag aufgenommen. So sollen zukünftig betroffene Personen das Recht haben, die Löschung ihrer eigenen personenbezogenen Daten zu verlangen und auch die Verbreitung dieser Daten zu verbieten.

 

Darüber hinaus soll es für die Bürgerinnen und Bürger zukünftig einfacher werden, auf ihre Daten zuzugreifen und diese auch zu einem anderen Dienstleistungsanbieter "mitzunehmen". Insgesamt bleiben noch viele Fragen offen, ob der neue Vorschlag der Kommission tatsächlich zu der erhofften Vereinfachung im Bezug auf die Regelungen zur Verarbeitung personenbezogener Daten führt. Das Europäische Parlament hat seine Verhandlungen über die neue Verordnung gerade erst begonnen.

Haben Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir bitte!

Impressum

 

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