Die Abfrage ist vielen Internet-Nutzern lästig. Meist wird einfach auf „alles akzeptieren“ geklickt, damit es weitergeht auf der Webseite. Cookie-Banner gehören zum digitalen Alltag. Aber wissen Sie eigentlich, was Sie da gerade akzeptiert haben? Cookies sind kleine Dateien, die beim Surfen auf meinem Onlinegerät gespeichert werden. Weil sie oft eindeutige Kennungen enthalten, können die Webseiten ihre Besucher so wiedererkennen oder der Browser merkt sich das Login. Ohne bestimmte Cookies wäre die Nutzung des Internets, wie wir es kennen, gar nicht möglich. Online-Shopping, Onlinebanking und mehr wären ohne Cookies problematisch bis unmöglich.
Viele Firmen nutzen die Informationen auch zur direkten Ansprache ihrer Zielgruppen. Denn durch die Cookies wird personalisierte Werbung möglich. Damit der 16-Jährige keine Werbung für Rollatoren erhält. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen auf dem Markt.
Andererseits erhalten Hunderte von Firmen Zugriff auf Informationen, die von unserem Surfverhalten bis hin zu sensiblen persönlichen Details reichen. Hier muss gewährleistet werden, dass diese Daten nicht auf sogenannten Schattenmärkten landen, wo sie auch an Kriminelle verkauft werden können. Der Fall der US-Datenhandelsfirma Epsilon hat gezeigt, wie schwerwiegend dieser Missbrauch sein kann. Sensible Daten von amerikanischen Senioren wurden wissentlich an Internet-Betrüger verkauft, die diese gezielt für Betrugsmaschen nutzten.
Nach den Plänen der EU-Kommission sollen die Cookie-Abfragen beim Surfen im Internet künftig seltener aufploppen. Bestimmte Aktivitäten, die harmlos und für die Verwaltung einer Website einfach nötig seien, sollten künftig keine Zustimmung der Nutzer erfordern. Stattdessen soll eine allgemeine Einstellung im Browser ausreichen. Das kommt beispielsweise Handwerkern zugute, die personenbezogene Daten verwenden, um ihre Kunden zu kontaktieren. Im Umkehrschluss bedeutet es auch: Wo dann noch Zustimmung nötig ist, sollte man aufpassen. Das ist für den Verbraucher deutlich durchsichtiger und mit mehr Sicherheit verbunden als die heutige Regelung.
Diese vereinfachte und zielgerichtete Cookie-Abfrage ist Teil eines umfangreichen Vereinfachungspakets der EU-Kommission, mit dem die europäischen Digitalregeln verbessert und an den hochdynamischen digitalen Raum angepasst werden sollen. Neben Regelungen zum Datenschutz geht es dabei auch um Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz (KI). Wir werden alles daransetzen, dass die europäischen Digitalregeln mit diesem Paket benutzerfreundlicher, effektiver und einfacher werden. Gleichzeitig bleiben die Rechte des Einzelnen gewahrt. In diesem Sinne werden wir uns in den kommenden Wochen und Monaten intensiv in die Verhandlungen im EU-Parlament einbringen.
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