Regionalkonferenz der CSU-Europagruppe bringt Politik und Unternehmen an einen Stammtisch.
Was leistet die EU für unsere Unternehmen, und wo muss Europa besser werden? Darüber diskutierten am Samstagmorgen beim Europapolitischen Frühschoppen im Gutsgasthof Stangl in Neufarn (Gemeinde Vaterstetten) Manfred Weber, Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament und Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtages und Bezirksvorsitzende der CSU Oberbayern auf Einladung der oberbayerischen Europaabgeordneten Angelika Niebler mit Unternehmerinnen und Unternehmern aus Bayern. Rund 140 Gäste folgten der Einladung in die Remise des Gasthofes. Darunter auch der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Europa- und Bundesangelegenheiten, Internationales und Medien Florian Herrmann, MdL, Abgeordnete aus dem Landtag sowie Bundestag, die Landräte aus den Landkreisen Dachau und Ebersberg sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Ebene. Das Format war bewusst als ein moderiertes Gespräch am Stammtisch in lockerer Atmosphäre geplant, an dem sich auch das Publikum beteiligen konnte.

Die Veranstaltung gehört zur Reihe der Regionalkonferenzen der CSU-Europagruppe mit dem Ziel europapolitische Themen nach Bayern zu tragen. Oft werde die EU als Bürokratiemonster wahrgenommen. Angelika Niebler wollte dem die Chancen entgegenstellen, die Europa gerade bayerischen Unternehmen bietet. „Bayern ist das Powerhouse in der EU. Unser Wohlstand, unsere Arbeitsplätze und unsere Innovationskraft in Bayern hängen unmittelbar davon ab, wie wettbewerbsfähig Europa im globalen Wettbewerb bleibt“, so die Europaabgeordnete. „Wir leben in einer stark veränderten Welt: Krieg in Europa, globale Krisen und ein härterer Wettbewerb. Gerade deshalb müssen wir über Europa dort sprechen, wo Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen, mit den Unternehmen vor Ort“, so Niebler. Manfred Weber ging auf die Kritik an Europa ein. „In einer Zeit, wie der heutigen, muss Europa zusammenwachsen. Gemeinsam sind wir stark und können unsere Lebensart in Frieden und Freiheit verteidigen.“ Er verwies auf die vielen Initiativen auf europäischer Ebene, darunter Vereinfachungspakete, mit denen Berichtspflichten und Regeln für Unternehmen reduziert werden. Angesichts der Größe der USA und Chinas müsse Europa seine Kräfte bündeln. „Europa muss nicht kleiner werden, sondern schneller“, bekräftige Weber. Ilse Aigner unterstrich, dass Bayern eine der führenden Regionen sei. Aus ihrer Sicht müssen wir unsere Demokratie gemeinsam verteidigen, denn „erst wenn etwas fehlt, fällt auf, wie wichtig es war“, gab Aigner zu Bedenken.
Bei Brotzeitbrettl und Weißwürsten führte Niebler mit Fragen durch hochkarätig besetzte Tische, u.a. mit Balázs Nagy, Mitgründer von TYTAN Technologies, einem der innovativen Start-ups für Drohnenabwehr, Andronike Amponsah, Chief of Staff bei dem Raketenhersteller Isar Aerospace, Armin Reinartz, Head of German Policy bei Proxima Fusion, Sonja Ziegltrum, Geschäftsführerin der Bayerischen Blumen Zentrale und Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern, sowie Mike Edelmann, Geschäftsführer der Rohrdorfer Gruppe. Auch das Publikum beteiligte sich rege an der Diskussion und machte auf Probleme bei Bürokratielast, Beschaffungs- und Genehmigungsverfahren oder auch die Sicherheit und Verteidigung in Europa aufmerksam. Niebler erklärte abschließend: „Nur wenn wir in Europa miteinander reden und gegenseitig zuhören, können wir Europa gestalten und Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit finden.“




