Bayern gehört zu den exportstärksten Regionen Europas und lebt wie kaum ein anderes Bundesland vom Austausch mit der Welt. Ob Maschinenbau, Automobilindustrie, Elektrotechnik, Chemie oder hochwertige Dienstleistungen, unser Wohlstand baut auf Export und Handel mit der Welt. In den ersten neun Monaten 2025 lagen unsere Exporte bei rund 168,6 Milliarden Euro. Wir profitieren von jeder geöffnete Grenze, jedem neuen Markt und jedem verlässlichen Handelsabkommen. Als Exportland haben wir auf der einen Seite großes Interesse an unserem europäischen Binnenmarkt, auf der anderen Seite aber auch an neuen strategischen Partnerschaften.
Die politische Unruhe dieser Tage zeigt uns abermals: Wir müssen unsere Position neu finden und auf die Suche nach neuen Partnern gehen. Dass wir im Europaparlament in dieser Woche kein grünes Licht für das Mercosur-Abkommen geben konnten, war ein großer Fehler. Rechte und linke Extreme haben mit Unterstützung durch Teile der Grünen einen zeitnahen Abschluss verhindert. Auch das Weltwirtschaftsforum in Davos zeigt, wie wichtig der Austausch mit anderen Ländern und Wirtschaftszonen ist. Wir sind davon überzeugt, dass nur eine pragmatische Wirtschafts- und Handelspolitik uns durch diese stürmischen Zeiten bringen wird. In unseren gewohnten Strukturen haben wir eine zu hohe Abhängigkeit aufgebaut, die wir nun schleunigst verringern müssen. Konkret heißt das, dass wir unseren Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen langfristig sichern müssen; dazu gehören beispielsweise Lithium, Kupfer und seltene Erden, aber auch Rohstoffe, um unsere Produktion von Medikamenten zu gewährleisten. Als CSU setzen wir uns deshalb klar für eine offene Wirtschaftspolitik ein – sowohl nach innen, indem wir Bürokratie im Sinne unserer Unternehmen abbauen und unsere Handelspolitik an die neuen Gegebenheiten anpassen, als auch nach außen, indem wir neue strategische Partnerschaften aufbauen.
Das Europaparlament hat hierfür Delegationen, die mit den betreffenden Ländern wichtige Kommunikationskanäle aufbauen und aufrechterhalten, um nach Kooperationsmöglichkeiten zu suchen. Auch für die Beziehungen mit Indien wurde eine solche Delegation ins Leben gerufen. Wir haben uns in den vergangenen Monaten im Europaparlament mit Nachdruck für das Freihandelsabkommen mit Indien eingesetzt. Dieses Abkommen ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, Europas Wirtschaft unabhängiger zu machen und den Export zu fördern. In Bayern werden wir davon auf allen Ebenen profitieren.
Lesen Sie hier die gesamte Ausgabe