Die traurige Nachricht: Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 520.000 Menschen neu an Krebs. In der EU gab es 2024 geschätzt 2,7 Millionen neue Patienten mit einer Krebsdiagnose und 1,3 Millionen Menschen starben an Krebs. Krebs ist eine „Volkskrankheit“. Jede und jeder von uns kennt Betroffene in der Familie oder im Freundeskreis. Die Diagnose stellt das Leben der Patienten und Angehörigen von einem Moment auf den anderen auf den Kopf und geht mit vielen medizinischen und emotionalen Herausforderungen einher.
Die gute Nachricht: Jüngsten Daten zufolge könnten etwa 40 Prozent aller Krebsfälle in Europa vermieden werden. Viele Schicksale könnten durch Prävention und Früherkennung verhindert oder zumindest deutlich abgemildert werden. Zwei von fünf Erkrankungen wären durch gesundheitsbewusstes Verhalten vermeidbar gewesen. Das sind Erkenntnisse, die die Politik in die Pflicht nehmen. Aus diesen Gründen hat die Europäische Kommission den europäischen Plan zur Krebsbekämpfung auf den Weg gebracht. Mit vier Milliarden Euro hinterlegt, zielt dieser Aktionsplan mit zehn Leuchtturmprojekten und 32 Unterstützungsmaßnahmen darauf ab, Prävention, Diagnose, Versorgung und Erforschung europaweit zu verbessern. Europa kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Know-how und onkologische Expertise zu teilen und mehr Menschen zugänglich zu machen.
In einem fraktionsübergreifenden Entschließungsantrag haben wir in dieser Plenarwoche unsere Position als Parlament festgelegt. Als CSU stehen wir hinter Europas Plan zur Krebsbekämpfung. Für uns hat der Kampf gegen Krebs politische Priorität, die auf einer einfachen Überzeugung beruht: Jede europäische Bürgerin und jeder europäische Bürger, unabhängig davon, wo er lebt oder wie alt er ist, verdient Zugang zu Prävention, Frühdiagnose und hochwertiger Pflege. Krebsvorsorge oder -therapie darf nicht von der Postleitzahl abhängig und kein Privileg sein.
Dabei setzen wir vor allem auf Prävention und Gesundheitsförderung. Wir wollen eine bessere Koordinierung der Krebsforschung über Landesgrenzen hinweg, eine intelligentere Nutzung von Gesundheitsdaten, einen schnelleren Zugang zu innovativen und lebensrettenden Therapien und eine finanzielle Absicherung der notwendigen Maßnahmen im mehrjährigen Finanzrahmen der EU.